Pädagogische Werte

Es gibt viele pädagogische Ansätze und viele verschiedene Richtungen, an denen man sich orientieren kann. Wir stehen nicht komplett hinter einem pädagogischen Konzept sondern suchen für uns persönlich einzelne Elemente und haben so über die Jahre unsere eigenen Grundsätze entwickelt. Einer unsere wichtigsten Grundsteine liegt in der Montessori-Pädagogik.

„Hilf mir, es selbst zu tun. Zeige mir, wie es geht. Tu es nicht für mich.“
-Maria Montessori-

Wir möchten den Kinder Anreiz geben, Sachen selbst zu tun. Selber essen mit Besteck, selber anziehen, selber aufräumen…. Wir lernen alles in der Gruppe und begleiten die Kinder auf dem Weg in die Selbstständigkeit. Kindern sollte nicht alles abgenommen werden, sie sind lernbegierig und freuen sich, wenn sie eine neue Sache erlernt haben. In den Jahren haben wir einige Tricks gelernt, wie man den Kindern gewisse Sachen übermitteln und näher bringen kann. Dies teilen wir zu der entsprechenden Zeit mit den Eltern, so dass zu Hause z.B. auch geübt werden kann, wie man am besten die Hausschuhe auszieht.

Der nächste wichtige Punkt ist die Konfliktlösung der Kinder untereinander. Wir greifen nicht sofort in jede Situation ein, da Kinder auch lernen müssen, wie sie Streitsituationen klären und mit Frustration umgehen, wenn sie z.B. ein Spielzeug nicht sofort haben können, da ein anderes Kind damit spielt.

Auch eine Entschuldigung ist uns wichtig, falls es doch mal zum Streit kam. Natürlich darf und soll niemand geschubst, gehauen, gekniffen oder gebissen werden….. es kommt aber vor. Oft geht es so schnell, dass man nicht rechtzeitig einschreiten kann. Hier ist uns wichtig zu vermitteln, dass dies nicht geht und dass man sich entschuldigt, wenn man einem anderen Kind weh oder unrecht getan hat.

Des Weiteren ist uns wichtig zu vermitteln, dass die Kinder ein „Nein“ und Regeln akzeptieren und dies nicht gleich ein Grund zur Frustration ist. Regeln sind wichtig und bestimmen das ganze Leben. Kinder können hierbei auch sehr gut unterscheiden, welche Regeln zu Hause gelten und welche Regeln hier gelten. Bei der Arbeit mit 9 Kindern sind Regeln und Struktur immens wichtig.

Freies Spiel ist ebenso wichtig. Wir möchten nicht als „Animateure“ der Kinder durch den Tag leiten und versuchen zu vermitteln, dass man nicht immer einen Erwachsenen braucht, der einen zu einem Spiel anleitet, Vorgaben macht und ohne den kein Spiel möglich ist. Das hört sich vielleicht merkwürdig an, aber wir erleben es sehr oft, dass Kinder zu uns in die Gruppe kommen und vor einem Haufen Spielzeug stehen und nicht wissen, was sie tun sollen. Wir animieren die Kinder zu der Auslebung ihrer Kreativität, machen Vorschläge für Spiele, geben Anreize und versuchen das Spiel mit anderen Kindern interessant zu machen. Wir denken, dass die Kinder in dem Alter nicht immer einen durchgeplanten Tag brauchen, das kommt noch früh genug. Einfach tun, wozu man Lust hat, ist doch wundervoll.

Im Alltag ergeben sich oft Sachen, die man ganz toll in ein Spiel intergrieren kann. So sind die leeren Papiertüten von unseren Lebensmittel-Lieferungen immer ein Highlight. Da kann man ja wunderbar mit knistern, Spielzeug sammeln, drauf trampeln oder sie einfach schütteln, dass sie ganz laute Geräusche machen. Auch die Luftpolsterfolie, die man immer wieder bei Bestellungen als Verpackung erhält, ist eine super Sache. Man kann sie auf den Boden legen und die Kinder mit Socken drüber laufen lassen, so dass sie spüren, wie die Blasen zerplatzen oder sie können die einzelnen Blasen mit den Fingern zerdrücken. Dies ist für die Feinmotorik schon ziemlich anspruchsvoll und die Kinder sind hochkonzentriert. Die Einbindung solcher Alltagsgegenstände bringt immer wieder neue Eindrücke und Ideen in den Tag und die Kinder lernen, dass man aus ganz vielen Sachen ein tolles Spiel machen kann.